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Matthias Burisch

»Das Burnout-Syndrom«

Theorie der inneren Erschöpfung

Bereits in der fünften Auflage erscheint das Fachwerk »Das Burnout-Syndrom« von Prof. Matthias Burisch. Es gilt als das wissenschaftliche Standardwerk zum Thema.

Buchtitel Der Einband-Text spricht davon, dass Zielgruppen dieses Buchs sowohl Fachleute als auch Betroffene seien. Und weiter: »Burisch bietet Betroffenen Deutungsmuster für ihre persönliche Situation. Zahlreiche Wegweiser zeigen auch Auswege aus dem Burnout. Was es ist, wie es entsteht, was man dagegen tun kann – alles zum Thema Burnout!« Auf dem Titel positioniert sich das Buch als »Theorie der inneren Erschöpfung – Zahlreiche Fallbeispiele, Hilfen zur Selbsthilfe.«

Was Titel, Positionierung und Einbandtext versprechen, kann das Buch nicht halten. Die Erwartungen von Betroffenen, zumindest wenn sie Laien sind, werden kaum erfüllt, und schon gar nicht, wenn sie selbst gerade unter dem Burnout-Syndrom leiden. Die Ankündigung lässt sich dagegen dahingehend interpretieren (und wird auch in der Realität so interpretiert), dass es sich hier um einen Ratgeber auf hohem Niveau mit Substanz und Hintergrundwissen handelt.

An sich gut gemeint, denn in der überbordenden Laienliteratur zum Thema findet so ein Werk sicherlich seinen Platz. Der Autor hat mit dem Buch die Quadratur des Kreises versucht und ist gescheitert. Er selbst beschreibt schon im Vorwort zur fünften Auflage das Dilemma, wissenschaftlich zu texten und mit selbem Text Laien anzusprechen. Schreibstil, wissenschaftliche Exaktheit, Argumentation mit zahlreichen Quellennachweisen und Beurteilungen der Quellen sprechen ganz eindeutig das Fachpublikum an. Doch selbst einen interessierten gebildeten akademischen Laien stellt das Buch aufgrund der gewählten Sprache, der Fachbegriffe und der thematischen Aufbereitung vor die eine oder andere Herausforderung. Menschen, die nicht gewohnt sind, wissenschaftliche Texte zu lesen und zu verstehen, werden mutmaßlich in aller Regel nach wenigen Seiten das Buch schließen. Der Versuch mit einigen wenigen Laien deutet dies an.

Das Werk ist äußerst lesenswert für Wissenschaft, Forschung, Lehre. Auch Therapeuten und Coaches werden hier mit geballtem Fachwissen versorgt. Für die professionelle Zielgruppe, soweit sie mit Burn-Out in Berührung kommt, ohne jeden Zweifel ein Muss. Das Buch »Das Burnout-Syndrom« ist fachlich über jeden Zweifel erhaben.

Zunächst liefert das Buch eine Begriffsbestimmung mit historischer Entwicklung seit dem Altertum. Es weist auf Definitionsprobleme hin und bietet Eingrenzungsmöglichkeiten. Anschließend widmet sich das Buch den Symptomen dieses Syndroms, dessen Messung und dessen Verlauf. Herkunft und Entstehung des Burnout-Syndroms werden anhand zahlreicher weltweiter Forschungsergebnisse dargestellt. Matthias Burisch blickt auch über den eigenen Forschungshorizont hinaus in benachbarte Forschungsgebiete, was das Wissen abrundet.

Nach 128 Seiten wendet er sich schließlich dem Versuch zu, ein integrierendes Burnout-Modell zu entwickeln. Er identifiziert dabei die Einbuße der Autonomie in gestörten Auseinandersetzungen zwischen dem leidenden Menschen und seiner Umwelt als den Auslöser. Dabei bleibt er so unspezifisch wie möglich, weil er ausdrücklich den Versuch aufgibt, Burnout auf eine oder wenige spezifische Ursachen zurückzuführen. Er analysiert typische Verläufe des Burnout-Syndroms und beginnt dabei bereits vor dem Beginn des Burnout-Prozesses. Ein konkretes Fallbeispiel demonstriert den Verlauf. Er bespricht persönliche Risikofaktoren, Umweltfaktoren und Forschungsstand und –methoden.

Dann macht sich Prof. Burisch an Umwege und Auswege im Zusammenhang mit Burnout. Er zeigt dabei auf, was die Literatur darüber schreibt und empfiehlt. Dann fügt er eigene Erfahrungswerte und Empfehlungen hinzu.

In den beiden letzten Kapiteln beschäftigt sich Matthias Burisch mit heutigem Stand und Entwicklung des Burnout-Syndroms sowie Therapiemöglichkeiten auf Grundlage der bekannten Therapieverfahren. Dabei werden die Therapiemöglichkeiten auf fünf der insgesamt 292 Seiten des Buches besprochen.

Insgesamt dürfte das Buch »Das Burnout-Syndrom« die Betroffenen, besonders während der Akutphase, wie auch deren Angehörige und Umfeld überfordern. Es ist auf die Informationsbedürfnisse von Profis auf diesem Gebiet abgestimmt. Fazit: Laien empfehlen wir praktisch orientierte Ratgeber, dieses Buch eher nicht. Das hier besprochene Werk sollte allerdings im Buchregal eines jeden mit Burn-out professionell Befassten stehen sowie zu Rate gezogen werden, und zwar nachdem es zunächst intensiv studiert wurde. Eine ausdrückliche Empfehlung für Profis!

 

Matthias Burisch
»Das Burnout-Syndrom«
Theorie der inneren Erschöpfung

Springer Verlag, 5. Auflage von 2014

ISBN: 978-3-642-36255-2

Direktlink zum Buch: http://www.springer.com/psychology/klinische+psychologie/book/978-3-642-36254-5